Nach dem Jubiläumsjahr 2025 bleiben die Arbeiten von Richard Long im Kloster Schönthal weiterhin präsent. Seine ortsspezifischen Werke in Kirche und Hof setzen die Auseinandersetzung mit Landschaft, Zeit und Bewegung fort und entfalten ihre Wirkung im unmittelbaren Dialog mit dem Ort.
Longs Kunst versteht sich als Spur. Sie entsteht aus der Landschaft heraus, aus Stein, Wasser oder Lehm, und wird zu einem Zeichen von Anwesenheit und Zeit. Seine Eingriffe bleiben minimal; vieles ist reversibel und dem Wandel überlassen.
„Die Quelle meiner Arbeit ist die Natur. Ich nutze sie mit Respekt und Freiheit. Ich verwende Materialien, Idee, Zeit und Bewegung, um eine Gesamtansicht meiner Kunst in der Welt auszudrücken.“ Richard Long, 1982
Im Schönthal zeigt sich diese Haltung exemplarisch in den drei gezeigten Arbeiten: Steinsetzungen strukturieren den Raum, während im Aussenraum Linien die Bewegung der Landschaft aufnehmen. Mit dem „Mud Work“ im Kirchenraum tritt zudem eine gestische Dimension hinzu: Spuren der Hand, Verdichtungen und Übergänge, die den Entstehungsprozess und die Bewegungen des Künstlers sichtbar machen.
So entstehen Arbeiten, die ihre Form aus einfachen und doch höchst präzisen Setzungen entwickeln und zugleich offen bleiben für Veränderung, eingebunden in natürliche Prozesse und zeitliche Abläufe des Ortes.
©Heiner Grieder / Christian Jäggi